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Woran orientiert sich Prävention von sexuellem Missbrauch?

Gute Präventionsarbeit basiert auf
  • Kenntnissen über geschlechtsspezifische Sozialisation
  • Hintergrundwissen über sexuellen Missbrauch
  • dem Wissen über die Auswirkungen des sexuellen Missbrauchs
    auf Mädchen und Jungen.



Zum Hintergrundwissen über sexuellen Missbrauch
gehören vor allem die Täterstrategien.

  • TäterInnen sind in der großen Mehrzahl keine Fremden

    sondern Personen aus dem nächsten Umfeld des Kindes.
  • Es sind fast immer Männer.

  • TäterInnen verfolgen bewusst Strategien:

    • Sie erschleichen sich zunächst das Vertrauen des Mädchens
      oder des Jungen (oft auch der Eltern) und bauen eine
      nicht-sexuelle Beziehung auf.
    • Sie nutzen das gute Verhältnis, um auszuprobieren,
      wie das Kind auf eine erste sexuelle Annäherung reagiert.
    • Widerstand schalten sie aus, wobei es oft ausreicht,
      Schuld- und Schamgefühle des Kindes anzusprechen.
      Einige wenden auch körperliche Gewalt an.
    • Sie bringen das Kind dazu, das Geschehene geheim zu halten.

Die Täterstrategien können Sie hier herunterladen.


Aus dem Wissen über die Voraussetzungen, den Ablauf und die Folgen

von sexuellem Missbrauch ergibt sich, wie wichtig es ist, dass Mädchen und Jungen
Tag für Tag auch in Kindertagesstätten und Schulen in ihrem Selbstbewusstsein
gestärkt werden.

Wenn sie einen respektvollen Umgang von Seiten der für sie verantwortlichen Erziehungsfachkräfte erleben, haben sie es leichter, Übergriffe zu erkennen.

Wertschätzung und ein grenzwahrender Umgang kann dazu beitragen, dass Mädchen
und Jungen angemessenen Umgang von grenzüberschreitendem Verhalten
unterscheiden lernen.

Kinder, die ihre Rechte kennen, trauen sich eher sich jemandem anzuvertrauen,
wenn sie unangemessen behandelt werden. Wenn Mädchen und Jungen Hilfe holen als selbstverständliches Prinzip erleben, ist die Chance größer, dass sie auch bei sexuellem Missbrauch den Mut und die Kraft aufbringen, jemandem davon zu erzählen.

Diese grundsätzliche Erziehungshaltung kann durch Präventionsprojekte unterstützt werden. Präventionsprojekte zur Stärkung von Kindern sind zusätzliche Angebote. Sie können eine grundsätzliche Erziehungshaltung von Erziehungsfachkräften nicht ersetzen.


Zur Stärkung der Persönlichkeit von Mädchen und Jungen
gehört die Berücksichtigung folgender Prinzipien:

Geschlechtsspezifik

Mädchen und Jungen sollten getrennt und von einer Frau bzw. einem Mann unterrichtet und betreut werden. Auf jeden Fall sollte durchgehend geschlechtsspezifisch auf alle Fragen eingegangen werden.
Mädchen und Jungen lernen ihre Geschlechterrollen wahrzunehmen und auf ihre individuelle Weise zu leben.

Gefühle

Mädchen und Jungen lernen, ihren Gefühlen zu vertrauen.
Sie lernen ihre Gefühle wahrzunehmen und zu akzeptieren. Sie entwickeln Ideen,
wie mit Angst, Schuld und Scham umgegangen werden kann.

Berührungen

Mädchen und Jungen lernen individuell verschiedene Wahrnehmungen bei Berührungen kennen und zu akzeptieren. Sie erleben Berührungen als etwas grundsätzlich Positives im zwischenmenschlichen Miteinander - wenn das wechselseitige Einverständnis für die Berührung erfüllt ist.

Grenze setzen und Nein sagen

Bei den Mädchen und Jungen wird ein Bewusstsein für ihr Recht auf Sicherheit und Gegenwehr geweckt. Sie dürfen Reaktionsmöglichkeiten auf unangenehme Situationen ausprobieren.

Geheimnisse
Mädchen und Jungen lernen gute und schlechte Geheimnisse zu unterscheiden.

Ihre Bereitschaft zum Erzählen von schlechten Geheimnissen wird gefördert.

Hilfe holen

Mädchen und Jungen lernen, dass Hilfe holen schlau und ein Zeichen von Stärke ist.
Sie erfahren, wo Hilfe zu finden ist.

Die Grundsätze präventiver Erziehung können Sie hier herunterladen.

Wenn Präventionsprojekte durchgeführt werden, gehören Elternabende
selbstverständlich dazu.

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