Sexuelle Übergriffe und sexuelle Diskriminierung gegen eine Schülerin oder einen Schüler durch einen Kollegen oder eine Kollegin bzw. anderes Schulpersonal

Bei dieser Form von sexueller Gewalt an der Schule wird die Situation besonders heikel - schließlich ist der/die vermutete Täter/in ein Kollege oder eine Kollegin.
Die Bremer Richtlinien (Dienstanweisung zum Schutz vor sexueller Belästigung am Arbeitsplatz 2012 und Ergänzende Richtlinien für die Schulen 2013) dazu sind jedoch ziemlich eindeutig:

(...)angesichts der Abhängigkeit der Schüler/innen und des auszuführenden Erziehungs- und Bildungsauftrages (sind) auch von Schülerinnen und Schüler akzeptierte Annäherungen absolut verboten. Dies gilt auch für Beziehungen zu minderjährigenSchülerinnen und Schülern außerhalb der eigenen Unterrichtsverpflichtung.

Neben sexuellen Annäherungen sind auch sexuelle Diskriminierungen nicht erlaubt. Sexuelle Diskriminierungen sind „sexuelle direkte oder indirekte verbale oder nicht verbale Verhaltensweisen, die allgemein als beleidigend, herabwürdigend oder nötigend wahrgenommen werden oder die als einschüchternd oder demütigend empfunden werden." Dazu gehören auch „anzügliche und methodische Verwendung von Unterrichtsmaterialien, unnötiger Körperkontakt, insbesondere im Sportunterricht, die Duldung der Nutzung oder Verbreitung sexistischer Darstellung aller Art, die Verletzung von Schamgrenzen von Schülerinnen und Schülern insbesondere in der Pubertät”, (Ergänzende Richtlinien für die Schulen 2013).


Handlungsleitfaden zum Umgang mit sexueller Diskriminierung oder sexueller Gewalt durch einen Lehrer oder eine Lehrerin "...und wenn es jemand von uns ist?"

Für den Umgang mit sexueller Diskriminierung und Übergriffen einer/s SchülerIn durch eine Lehrperson hat die Expert_innenrunde s.u. zur Intervention von einschlägigen Fällen in Zusammenarbeit mit Schattenriss einen Handlungsleitfaden erabeitet.

Dieser Leitfaden verknüpft alle vorhandenen Richtlinien, das Bremer Schulgesetz und das Beamtengesetz, d.h. die juristische Seite, mit dem Schutz und der Sicherheit der Betroffenen und den Rechten der Beschuldigten. Der Handlungsleitfaden liegt den Schulleitungen vor bzw. kann hier heruntergeladen werden. Alle Bremer Schulleitungen wurden 2015/16 diesbezüglich geschult.

Im konkreten Verdachtsfall können Sie sich auch an Schattenriss bzw. das Bremer JungenBüro wenden. Hier sind auch anonyme Beratungen möglich.

Als Leher/in einer Schule in Bremen sind Sie verpflichtet, Hinweise auf sexuelle Grenzverletzungen durch Schulpersonal an Schüler/innen an die Schulleitung zu melden. Gibt es Hinweise gegen die Schulleitung, wenden Sie sich bitte direkt an Ihre Schulaufsicht oder an die Expert_innengruppe.

Die Expert_innenrunde:
Seit über 10 Jahren gibt es die sog. Expert_innenrunde zur Aufarbeitung von Vorwürfen sexueller Übergriffe durch Schulpersonal. Neben den Interventionsaufgaben führt diese Arbeitsgruppe auch Maßnahmen zur Prävention, wie Schulungen für Schulleitungen, Erstellung von Informationsmaterialien und Informationsveranstaltungen, durch.

Bei der Senatorin für Kinder und Bildung gibt es Ansprechpartner/innen in der Expert_innenrunden:
Till Bellmann-Nitz (T 361 2282)
Olaf Genthe-Welzel, Leiter der Expert_innenrunde (T 361 6476) 
Birgit Neumann (T 361 4161)




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