Sexuelle Gewalt in der Schule

Sexuelle Gewalt kommt auch in der Schule vor.
Sie kann von Mitschülern und Mitschülerinnen ausgehen,
manchmal auch von einem Lehrer oder einer Lehrerin
oder einem anderen Erwachsenen,
der an der Schule arbeitet.

Auf dieser Seite kannst du dich
über die Angebote von Schattenriss informieren,
die dich als Schülerin angehen:



Angebote und Unterstützung von Schattenriss
gibt es durch:


Wichtig ist, dass über sexuelle Gewalt in der Schule
geredet und nicht geschwiegen oder
darüber hinweggesehen wird!

Sexuelle Gewalt durch Mitschüler und Mitschülerinnen

Beschimpfungen, fiese Bemerkungen, blöde Fragen, "Spannen"

in der Toilette oder Umkleide, das kennen viele Mädchen.
Und obwohl es schon fast zum Schulalltag gehört,
ist das ein Anfang von sexueller Gewalt.

Manchmal sind Mädchen auch von unerwünschten

sexualisierten Berührungen oder auch Vergewaltigung
durch Mitschüler betroffen.

Es ist sehr oft nicht einfach, sich gegen Übergriffe zu wehren. Manchmal werden sie am Anfang von einem betroffenen Mädchen

gar nicht als Übergriff oder Gewalt wahrgenommen.
Vielleicht denkt sie, das sei ja nur Spaß gewesen oder
das gehöre dazu.

Wenn ein Mädchen sexuelle Gewalt durch Mitschüler oder Mitschülerinnen erlebt hat, ist es gut, wenn sie sich bei einer Freundin oder der Vertrauenslehrerin bzw. dem Vertrauenslehrer Hilfe holt.

Natürlich können sich Mädchen auch an Schattenriss wenden,
mit uns telefonieren oder zu einer Beratung kommen
(gerne auch mit einer Freundin oder einem Freund):
Wer und was kann helfen?

Weitere Informationen zu dem Thema findest du unter
Sexuelle Gewalt durch Jugendliche.




Sexuelle Gewalt durch Lehrer oder Lehrerinnen
und anderes pädagogisches Personal


Es gibt auch Lehrer (und sehr selten Lehrerinnen),
die sexuelle Gewalt an ihren Schülerinnen und Schülern begehen.
Das ist besonders gemein,
da die Schüler und Schülerinnen in einem Abhängigkeitsverhältnis zum Lehrer stehen (weil er z.B. Noten gibt).

Diese Lehrer nutzen ihre Überlegenheit und ihre Macht

zur Befriedigung ihrer eigenen Bedürfnisse aus. Daher sprechen wir auch von Gewalt oder sexueller Diskriminierung, wenn keine körperliche Gewalt eingesetzt wird.

Wegen der großen Macht-Unterschiede

(Alter, Lebenserfahrung, Wissen, berufliche Stellung etc.)
fängt Verhalten, das nicht in Ordnung ist,
schon bei sprachlichen Grenzverletzungen an.

Zur Verdeutlichung
haben wir einige grenzüberschreitende Verhaltensweisen
von Lehrern oder Lehrerinnen aufgeführt.
  • Abfällige Bemerkungen über das Aussehen eines Schülers oder einer Schülerin: z.B. zu Mädchen: "bei ihren Beinen sollte sie keinen kurzen Rock tragen", oder zu Jungen: "mit den dünnen Armen sieht das T-Shirt ohne Ärmel albern aus"
  • diskriminierende Äußerungen (z.B. beim Sportunterricht): z.B.zu Mädchen: "schaffst du das oder hast du für diese Übung wieder zu viel Busen?"; oder zu Jungen: "du wirfst wie ein Mädchen"
  • sexualisierte Komplimente und Fragen wie: "Angelika sieht ja heute richtig sexy aus", oder "na, bist du wieder bei deinem Freund gewesen und nicht zum Lernen gekommen?"
Bei der Frage, ob eine Handlung noch okay ist,
ist es wichtig,
deinen Gefühlen und deiner Intuition  zu trauen.

Wenn du ein komisches oder blödes Gefühl hast,

dann handelt es sich oft bereits um sexuelle Übergriffe.
Weitere Formen von sexueller Gewalt oder Missbrauch sind
  • "zufällig" erscheinende Berührungen, z.B. "Hilfestellungen"
    im Sportunterricht, bei denen die Schüler oder Schülerinnen
    am Po oder an der Brust berührt werden.
  • Einladungen: ein Lehrer lädt einige Schülerinnen
    zu sich nach Hause ein, später trinken sie Wein zusammen.
  • direkte Berührungen (Umarmungen, Küsse etc.)
    bis zum Geschlechtsverkehr oder eine Beziehung
    zu einer Schülerin oder einem Schüler.

Manchmal gefällt einem Mädchen die besondere Aufmerksamkeit eines Lehrers zunächst, vielleicht ist sie sogar ein wenig verliebt.

Manchmal hat sie auch Angst davor, was passiert,
wenn sie den Lehrer zurückweist.
Meistens schämen sich Mädchen in so einer Situation sehr
und sind ziemlich verwirrt.

Es ist niemals deine Schuld,
wenn du sexuelle Gewalt erfährst.

Die Verantwortung dafür
liegt bei den Erwachsenen, die so etwas tun.

In einer Bremer Richtlinie aus dem Jahr 2006 (das ist fast so etwas wie ein Gesetz für Lehrkräfte) steht, dass sich ein Lehrer oder eine Lehrerin auch unkorrekt verhält und mit Konsequenzen rechnen muss, wenn die körperliche Annäherung mit dem Einverständnis der Schülerin oder des Schülers erfolgte.

Im Klartext heißt das: Sexuelle Handlungen oder Beziehungen zwischen einem Lehrer oder einer Lehrerin und einer Schülerin oder einem Schüler sind nicht erlaubt. Die Verantwortung dafür trägt der Lehrer oder die Lehrerin.

Die ergänzende Richtlinie von 2006 zum Verbot der sexuellen Diskriminierung und Gewalt gegenüber Kindern und Jugendlichen 
gibt es hier: Richtlinie 2006


Welche Hilfe gibt es?

Wenn ein Mädchen sexuelle Gewalt durch einen Lehrer

oder eine Lehrerin erfahren oder auch nur ein komisches Gefühl hat
und nicht weiß, wie sie das einordnen soll, dann ist es gut,
wenn sie sich jemandem anvertraut.

Das kann zunächst eine gute Freundin sein.
Mit ihr kann sie besprechen, an welche/n Erwachsenen
sie sich wenden können
(z.B. die Eltern, die Vertrauenslehrer/in oder den/die Schulsozialarbeiter/in).



Du kannst dich auch
(mit deiner Freundin oder einem Freund)

an Schattenriss wenden.
Für Euch und Schulleitung ist es wichtig zu wissen,
dass es einen Leitfaden "...und wenn es jemand von uns ist?" zum Umgang mit sexualisierter Gewalt durch Schulpersonal gibt. Dieser Leitfaden wurde von der Bildungsbehörde und Schattenriss erarbeitet.


Was tue ich, wenn ich vermute,
dass ein Mädchen sexuell missbraucht wird?

Wenn du vermutest, dass ein Mädchen aus deiner Klasse

sexuell missbraucht wird, dann besprich dich zunächst
mit einer anderen Freundin.
Wendet euch dann, ruhig zu zweit, an eure/n Klassenlehrer/in
oder Vertrauenslehrer/in.
Diese können sich übrigens auch an Schattenriss wenden
(Umgang mit Verdacht).

  • Wichtig ist, das Mädchen,
    das möglicherweise von Missbrauch betroffen ist,
    nicht direkt darauf anzusprechen.
  • Wenn du ihr Hilfe anbieten willst,
    zeige ihr, dass sie gerne mit dir reden kann.
    Es kann passieren,
    dass sie dir ein Geheimnis anvertrauen möchte
    und dich bittet, es niemandem weiterzuerzählen.
    Ein solches Versprechen solltest du ihr nicht geben,
    weil ihr euch sonst gar keine Hilfe holen könnt.
    Du kannst ihr aber versprechen,
    dass du vorher mit ihr redest,
    wen ihr zur Unterstützung dazu holen wollt.

Überfordere dich nicht.
Hol dir auch für dich Hilfe
z.B. bei Schattenriss


Wie kann deine Schule vorbeugen,
damit gar nicht erst etwas passiert?

Oft melden sich Schulen erst bei uns,

wenn bereits sexuelle Gewalt passiert ist.

Durch Prävention, das heißt Vorbeugung, 
können sexuelle Übergriffe teilweise verhindert
oder schneller beendet werden.


Schattenriss berät und unterstützt Lehrer und Lehrerinnen
und Sozialpädagogen und -pädagoginnen,
die in ihrer Klasse ein Präventions-Projekt durchführen
oder im Rahmen von Sexualerziehung
das Thema sexuelle Gewalt behandeln möchten.

Außerdem bietet Schattenriss Elternabende zum Thema an.

Ein Präventions-Projekt ist auch nach einem Vorfall
mit sexueller Gewalt sinnvoll,
nämlich um den nächsten zu vermeiden.




Informationen und Projekte zum Thema sexuelle Gewalt


Eine Schulklasse oder eine Gruppe von SchülerIn und Schülerinnen
kann sich an Schattenriss wenden, wenn sie ein Projekt
zum Thema sexuelle Gewalt durchführen möchte.

Wir geben euch Informationen und Tipps für die Inhalte.
Außerdem gibt es die Möglichkeit, an einer Informationsveranstaltung bei uns teilzunehmen.



Praktika bei Schattenriss

Schülerinnen-Praktika oder Girl's Day etc.

können bei uns nicht gemacht werden.

Studentinnen
(der Fächer Psychologie, Sozial- und  Sonderpädagogik)
können ein mehrmonatiges Praktikum
bei uns absolvieren.

Wir arbeiten mit einem geschlechtsspezifischen Ansatz,
das heißt, hier arbeiten nur Frauen.

Der Bereich, in dem wir arbeiten,
kann manchmal ziemlich belastend sein.
Daher brauchen alle Mitarbeiterinnen,
auch Praktikantinnen, eine gute Grundausbildung,
Lebenserfahrung und psychische Stabilität,
also genug seelische Stärke.

Bei Interesse bitte anrufen
oder eine E-Mail (am besten schon mit Lebenslauf)
senden.

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