Sexuelle Gewalt durch Lehrer oder Lehrerinnen und anderes pädagogisches Personal

Es gibt auch Lehrer (und sehr selten Lehrerinnen),
die sexuelle Gewalt an ihren Schülerinnen und Schülern begehen.
Das ist besonders gemein,
da die Schüler und Schülerinnen in einem Abhängigkeitsverhältnis zum Lehrer stehen (weil er z.B. Noten gibt).

Diese Lehrer nutzen ihre Überlegenheit und ihre Macht

zur Befriedigung ihrer eigenen Bedürfnisse aus. Daher sprechen wir auch von Gewalt oder sexueller Diskriminierung, wenn keine körperliche Gewalt eingesetzt wird.

Wegen der großen Macht-Unterschiede

(Alter, Lebenserfahrung, Wissen, berufliche Stellung etc.)
fängt Verhalten, das nicht in Ordnung ist,
schon bei sprachlichen Grenzverletzungen an.

Zur Verdeutlichung
haben wir einige grenzüberschreitende Verhaltensweisen
von Lehrern oder Lehrerinnen aufgeführt.
  • Abfällige Bemerkungen über das Aussehen eines Schülers oder einer Schülerin: z.B. zu Mädchen: "bei ihren Beinen sollte sie keinen kurzen Rock tragen", oder zu Jungen: "mit den dünnen Armen sieht das T-Shirt ohne Ärmel albern aus"
  • diskriminierende Äußerungen (z.B. beim Sportunterricht): z.B.zu Mädchen: "schaffst du das oder hast du für diese Übung wieder zu viel Busen?"; oder zu Jungen: "du wirfst wie ein Mädchen"
  • sexualisierte Komplimente und Fragen wie: "Angelika sieht ja heute richtig sexy aus", oder "na, bist du wieder bei deinem Freund gewesen und nicht zum Lernen gekommen?"
Bei der Frage, ob eine Handlung noch okay ist,
ist es wichtig,
deinen Gefühlen und deiner Intuition  zu trauen.

Wenn du ein komisches oder blödes Gefühl hast,

dann handelt es sich oft bereits um sexuelle Übergriffe.
Weitere Formen von sexueller Gewalt oder Missbrauch sind
  • "zufällig" erscheinende Berührungen, z.B. "Hilfestellungen"
    im Sportunterricht, bei denen die Schüler oder Schülerinnen
    am Po oder an der Brust berührt werden.
  • Einladungen: ein Lehrer lädt einige Schülerinnen
    zu sich nach Hause ein, später trinken sie Wein zusammen.
  • direkte Berührungen (Umarmungen, Küsse etc.)
    bis zum Geschlechtsverkehr oder eine Beziehung
    zu einer Schülerin oder einem Schüler.

Manchmal gefällt einem Mädchen die besondere Aufmerksamkeit eines Lehrers zunächst, vielleicht ist sie sogar ein wenig verliebt.

Manchmal hat sie auch Angst davor, was passiert,
wenn sie den Lehrer zurückweist.
Meistens schämen sich Mädchen in so einer Situation sehr
und sind ziemlich verwirrt.


Es ist niemals deine Schuld,
wenn du sexuelle Gewalt erfährst.

Die Verantwortung dafür
liegt bei den Erwachsenen, die so etwas tun.

In einer Bremer Richtlinie aus dem Jahr 2006 (das ist fast so etwas wie ein Gesetz für Lehrkräfte) steht, dass sich ein Lehrer oder eine Lehrerin auch unkorrekt verhält und mit Konsequenzen rechnen muss, wenn die körperliche Annäherung mit dem Einverständnis der Schülerin oder des Schülers erfolgte.

Im Klartext heißt das: Sexuelle Handlungen oder Beziehungen zwischen einem Lehrer oder einer Lehrerin und einer Schülerin oder einem Schüler sind nicht erlaubt. Die Verantwortung dafür trägt der Lehrer oder die Lehrerin.

Die ergänzende Richtlinie von 2006 zum Verbot der sexuellen Diskriminierung und Gewalt gegenüber Kindern und Jugendlichen 
gibt es hier: Richtlinie 2006


nach oben


Ausgang
powered by webEdition CMS