Was ist sexueller Missbrauch?

Viele Mädchen erleben sexuellen Missbrauch.
Inzwischen ist bekannt, dass jedes 3. bis 5. Mädchen
als Kind oder Jugendliche sexuelle Gewalt erlebt.

Bei manchen beginnt der Missbrauch bereits,
wenn sie noch kleine Kinder sind,
andere erleben erst als Jugendliche sexuelle Gewalt.

Sexueller Missbrauch hat viele verschiedene Formen.

  • Das können Blicke, Worte und Berührungen sein,
    die unangenehm oder eklig sind, Angst machen
    oder einfach verwirren.
  • Blöde Sprüche über das Aussehen,
    Anbaggern,
    die Verletzung der Intimsphäre
    und "Spannen" gehören genauso dazu,
    wie scheinbar zufällige oder auch gezielte
    unerwünschte Berührungen und Küsse.
  • Es kann sein,
    dass ein Mädchen an unterschiedlichen Körperstellen
    angefasst wird oder von ihr verlangt wird,
    einen Mann oder eine Frau z.B. an den Geschlechtsteilen
    zu berühren.
  • Es kann sein,
    dass jemand sich vor einem Mädchen auszieht
    oder verlangt, dass das Mädchen sich auszieht.
  • Es kann sein,
    dass jemand ein Mädchen vergewaltigt
    oder eine Vergewaltigung versucht.
  • Es kann sein,
    dass jemand die sexuellen Handlungen
    filmt oder fotografiert.
  • Es kann sein,
    dass Mädchen gezwungen werden,
    bei sexuellen Handlungen zuzuschauen.
  • Es kann sein,
    dass einem Mädchen Nacktfotos oder Pornobilder
    über Handy oder Internet geschickt werden.
  • Es kann sein,
    dass einem Mädchen Pornofilme gezeigt werden.
  • Auch im Chat finden sexuelle Belästigungen statt.
  • Manchmal werden von den Tätern auch
    Drogen und K.-o.-Tropfen eingesetzt.
All das nennen wir sexuellen Missbrauch.

Sexueller Missbrauch ist immer Gewalt.
Auch dann, wenn scheinbar keine Gewalt eingesetzt wird.

Erwachsene haben nicht das Recht,

so etwas mit Kindern und Jugendlichen zu tun.

Die meisten der beschriebenen  Handlungen
sind Straftaten
und können angezeigt werden.
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Niemand hat das Recht, so etwas mit dir zu tun.
Oft fängt sexueller Missbrauch scheinbar harmlos an.
  • Manchmal werden die Mädchen von einem Erwachsenen besonders gelobt, gefördert oder umschwärmt.
    Und freuen sich,
    dass sie jemand scheinbar so ernst und wichtig nimmt.
  • Auch körperliche Berührungen können erst mal
    als schön und vielleicht ein wenig aufregend erlebt werden
    oder neugierig machen.
  • Und ein Mädchen merkt erst später,
    dass die Berührungen unangenehmer werden
    oder dass sie plötzlich auch an Brust, Po oder Scheide
    angefasst wird.

  • In solchen Situationen sind deine Gefühle wichtig.
  • Du kannst deinen Gefühlen und deiner Intuition vertrauen.
    Daran, dass sich etwas unangenehm, verwirrend
    oder blöd anfühlt, merkst du, dass es nicht in Ordnung ist.
  • Nimm diese Gefühle ernst.  
  • Du hast jederzeit das Recht, die Situation 
    oder den Kontakt zu beenden
    und Nein zu sagen.
  • Manchmal ist das aber ganz schön schwer.
  • Dann hole dir Hilfe und sprich mit einer Person darüber,
    zu der du Vertrauen hast.

Viele Mädchen und junge Frauen glauben,
dass sie selber Schuld haben.

Oft behaupten das auch die Täter,
um die Mädchen zum Schweigen zu bringen.

Egal wie du dich verhalten hast,
es ist niemals deine Schuld,
wenn dich jemand sexuell missbraucht.
Das können viele Mädchen zunächst nicht glauben.

Wenn sie sich zum Beispiel geschminkt oder sexy angezogen haben, es toll fanden, dass ein Erwachsener ihnen so viel Beachtung geschenkt hat, am Anfang vielleicht selber geflirtet haben,

nicht Nein gesagt haben oder mit ihm mitgegangen sind,
dann denken die meisten Mädchen, dass es ihre Schuld ist,
wenn sie missbraucht worden sind.
 

Aber das ist nicht wahr.

Die Erwachsenen sind für das,
was sie tun, verantwortlich.

Sie müssen darauf achten,

nicht die Grenzen von Kindern und Jugendlichen zu verletzen.
Wenn ein Erwachsener behauptet,
die Jugendliche habe ihn verführt, so ist das eine Lüge.
Erwachsene wissen,
dass sie etwas Strafbares und Schlimmes tun,
wenn sie sexuell missbrauchen.
Oft haben sie es sogar richtig geplant.

  • Manche Täter drohen den Mädchen,
    andere machen ihnen Geschenke, geben ihnen Geld
    oder unternehmen tolle Dinge mit ihnen,
    damit sie niemandem vom sexuellen Missbrauch erzählen.
    Die meisten Mädchen und jungen Frauen
    haben deshalb Angst, es jemandem zu erzählen.
  • Hinzu kommt die Angst,
    dass ihnen nicht geglaubt wird,

    dass alles nur noch schlimmer wird
    oder sie die Familie zerstören,
    wenn sie davon berichten.
  • Und dann ist da die Angst, nicht zu wissen,
    was passiert, wenn sie es erzählen.
  • Außerdem ist es ihnen meist total peinlich und unangenehm.

  • Gleichzeitig geht es ihnen meist sehr schlecht

    mit dem großen Geheimnis, das sie mit sich herumtragen
    und das sie enorm belastet.
Solche belastenden Geheimnisse
darfst du immer weitererzählen,
auch wenn es dir jemand verboten hat
oder dich unter Druck setzt.

Das ist kein Verraten oder Petzen -
sondern es geht darum,
dass du nicht alleine bleibst und Hilfe bekommst. 
Du hast ein Recht auf Schutz und Unterstützung! 

Wenn du wissen willst, welche Hilfe es gibt,
dann klicke hier.


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